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Zelluphonische Stücke können für jede Kombination von Instrumenten und/oder Sängern geschrieben werden.
Jedem Teilnehmer wird eine (oder mehrere) musikalische Zelle(n) zugewiesen. Jede einzelne Zelle kann beliebig lang sein. Es empfiehlt sich jedoch, kürzere Zellen zu verwenden, damit sie in ihren Transpositionen nicht zu lang werden (siehe unten). Eine gewisse Kongruenz der Länge der verschiedenen Zellen ist empfehlenswert, wenn nicht sogar unbedingt notwendig, um das zelluphonische Prinzip aufrecht zu erhalten.
Die Musik, die eine Zelle enthält, kann beliebig gewählt werden.
Wenn biologische Zellstrukturen die Grundlage für die Musik bilden sollen, ist eine musikalische sowie auch rhythmische Ähnlichkeit zwischen den Zellen ohnehin naheliegend, da dies auch der Fall bei den biologischen Zellen ist.
Eine Zelle kann auf mehrere Instrumente verteilt werden. In diesem Fall, würde sich aber eine unterschiedliche Transpositionen empfehlen (mehr dazu unten).
Es ist auch möglich, eine Zelle von einem Instrument in ein anderes “herüberwandern” zu lassen, oder zwei Zellen zu einer neuen Zelle zu “morphen”.
Eine Zelle kann beliebig transpnoiert werden. Allerdings sind Transposition und Tempo linear miteinander verkoppelt. Das bedeutet: Wird eine Zelle um eine Oktave nach oben transponiert, so muss sie auch doppelt so schnell gespielt werden. Wird sie um eine Oktave nach unten transponiert, so wird das Tempo halbiert und so weiter (lineare Zelluphonie).
Eine Zelle darf immer nur von ihrem Anfang an gespielt werden. Sie kann niemals rückwärts oder von der Mitte beginnend gespielt werden.
Sie darf aber unmittelbar nach dem ersten Ton wieder aufhören.
Eine Zelle kann beliebig oft wiederholt werden.
Man merkt schnell, das die Transpositions-Möglichkeiten etwas problematisch sind, da man eigentlich nur Oktav- Quint und vielleicht noch Terz-Transpositionen vornehmen kann. Das liegt daran, das sonst der Rhythmus sehr kompliziert werden würde. In elektronischer Musik ist dies natürlich kein Problem. Möchte man das Problem der eingeschränkten Transpositionen umgehen, kann man die lineare Verknüpfung zum Tempo unterbrechen und sich die verschiedenen Transpositionen frei ausdenken (logarithmische Zelluphonie). Dies sollte jedoch vor Beginn des Stückes passieren und sollte eine nachvollziehbare Grundlage innehaben.
Als letztes wäre noch die invertierte Zelluphonie zu erwähnen. Hier ist das Verhältnis von Transpositions zu Rhythmus umgekehrt. Das heißt, wenn jetzt die Zelle eine Oktave nach oben transponiert wird, halbiert sich das Tempo.
Unter Beispiele ist unter anderem das Stück “Celluphonic” zu finden. Dies ist das erste Stück das unter Anwendung dieser Technik geschrieben wurde. Es enthält sowohl lineare Zelluphonie, als auch logarithmische Zelluphonie (in der Klavierstimme).
geschrieben 04/2005 von Constantin Bömers
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